Film

Super Panavision 70 – Dafür wurde Kino gemacht!

Alte Filme wissen zu begeistern. Die Schnittdichte fällt deutlich geringer aus. Es wird sich Zeit gelassen für die Geschichte, für die Charaktere und für die Landschaften. Doch wer erträgt heute noch drei-, vier- oder gar fünfstündige Filme? Sich Zeit zu nehmen für die Filmkostbarkeiten vergangener Tage schafft aber auch Vergnüglichkeiten. Die technischen Neurungen im Unterhaltungsbereich lassen zudem manchen Zelluloiddiamanten neu erstrahlen. „Lawrence von Arabien“ ist ein solcher Film. Unter der Regie von David Lean entstand ein großartiger Film. Doch nicht nur die wahre(!) Geschichte weiß zu begeistern, es ist auch das Bildformat. Gedreht wurde der Film in Super Panavision 70. Das bereits 1959 eingeführte Aufnahmeverfahren ermöglicht ein enormes Seitenverhältnis.

Daher lohnt es sich Filme, die in diesem Format gedreht wurden, auf sehr großen Leinwänden anzuschauen. Oft kann ein Beamer dabei behilflich sein. Die Wüstenaufnahmen des 1962 gedrehten Meisterwerks wirken noch weiter, noch einsamer, noch bedrohlicher. Die schweren Filmkameras und die damit verbundenen hohen Anschaffungs- und Transportkosten verhinderten jedoch eine allzu häufige Anwendung. Gerade einmal 18 Filme sind bisher in Super Panavision 70 gedreht wurden. Darunter Perlen wie Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“, Disneys „Tron“ und eben Leans „Lawrence von Arabien“.

Regisseur Paul Thomas Andersson überraschte 2011 mit der Ankündigung seinen neuen Film „The Master“ auf 70mm zu bannen. 16 Jahre nach der letzten Produktion, die sich getraut hatte auf das übergroße Seitenverhältnis zu setzen. Nur noch wenige Kinos können daher heute noch dieses Format adäquat darstellen. Doch sobald es sich auf dem bequemen Sessel bequem gemacht wurde, Lawrence in einer der ersten Sequenzen ein Streichholz entzündet, es nah an den Mund heran führt, ausbläst und die Sonne über der schier endlosen Wüste aufgeht lernt man die Kraft guter, alter Filme und eines außergewöhnlichen Bildes für immer zu schätzen:

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