Film

Prometheus

Zerklüftete Landschaften und ein übergroßer Wasserfall eröffnen den Film „Prometheus“ von Alien-Schöpfer Ridley Scott. Vorkenntnisse über die Filmreihe „Alien“ sind nicht zwingend erforderlich. Das unheimliche Wesen, dass es 1979 zum ersten Mal auf die Leinwand schaffte, ist nur kurz am Ende zu sehen und lässt „Prometheus“ als eigenständigen Film zurück. Doch die Firma „Weyland Industries“, Androiden und weibliche Protagonisten sind noch vorhanden und erinnern damit stark an die Vorgängerfilme.

Scott begann ’79 und der nicht minder bekannte James Cameron schuf 1986 die glorreiche Fortsetzung. David Fincher und Luc Besson sollten weitere, leicht in der Qualität abfallende, Weiterführungen anbieten. Die Idee der Reihe wurde in den sehr schlechten Alien vs. Predator-Filmen 2004 und 2007 pervertiert. Weitere Filme schienen nicht mehr notwendig und doch lechzte die Fangemeinde nach einem neuen Alien-Streifen. Das der Erfinder Ridley Scott im März 2011 die Arbeit an einem Prequel aufnahm, ließ daher die Fanherzen schnell höher schlagen – und enttäuscht wird hier niemand, auch wenn, wie angesprochen, die von H. R. Giger designten Wesen aus dem All nur sehr kurz auftauchen.

Warum gefällt der Film trotzdem? Zu aller erst muss festgestellt werden, dass niemand Raumschiffe besser fliegen lässt, als der Großmeister Scott. Wie ein riesiges Insekt senkt und hebt sich die „Prometheus“ durch das Bild und hinterlässt nicht nur beeindruckende Bilder, sondern der Zuschauer wird durch den wuchtigen Ton förmlich in den Kinosessel gedrückt. Der erste und nicht letzte grandiose Moment für Sci-Fi-Fantasten. Der Film selbst wird in 3D angeboten und trotzdem merkt man schnell, dass er auch gut auf der heimischen Couch in dezenterem 2D funktionieren wird. Die Helmanzeigen werden dann zwar nicht so schön im Kinosaal aufblitzen und eine gruslige Grundstimmung verursachen, aber die tollen Außenaufnahmen lassen das verschmerzen.

Das Raumschiff „Prometheus“ landet also auf einem fernen Planeten und die Mannschaft ist auf der Suche nach ihren Konstrukteuren, aufgeschreckt durch archaische Symboliken in tiefen Höhlen auf der Erde. Was sie finden, wird sie schnell an den Schöpfermythen zweifeln lassen. Mir im Gedächtnis geblieben ist die bestimmt bald sehr kontrovers diskutierte Operationsszene. Die Protagonistin, gespielt von Noomi Rapace, operiert sich hier selbst ein fremdartiges Wesen aus dem Bauch, nach der OP tackert der Roboter ihr den Bauch zu und sie stürzt sich sofort wieder in das große Abenteuer. Wahres Stehvermögen. Allein die Beziehungen zwischen den Charakteren bleiben ein wenig auf der spannungsgeladenen Strecke. Einige Nebencharaktere sind doch arg blass geraten. Nichtsdestotrotz spinnt Scott die Filmreihe gekonnt weiter und lässt sich sogar ein kleines Schlupfloch für eine Fortsetzung. Es heißt also wieder abwarten, bis er uns wieder in die tiefen des Alls stößt und darauf bedacht scheint, dass niemand unsere Schreie hört.

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