Literatur

Marina

Im Zug Richtung Bonn fällt mir gegen Ende der Zugfahrt ein Buch auf. Es wartet im Zeitschriftennetz auf mich – direkt hinter der DBmobil. Ein Taschenbuch mit dem Titel „Marina“ geschrieben von Carlos Ruiz Zafón. Kurz zuvor folgte ich bereits in „Der Schatten des Windes“ dem Protagonisten Daniel Sempere nach Barcelona. So entschloss ich mich „Marina“ einfach mitzunehmen. Verstohlene Blicke nach links und nach rechts, das Buch schnell aus dem Netz gefischt und in meiner Tasche verstaut.

Die Geschichte entfaltet sogleich eine Sogwirkung. Im Zentrum des Buches steht Óscar und natürlich wieder Barcelona. Die Hauptstadt Kataloniens ist Schauplatz vieler Bücher Zafóns. Während sich der Autor in die Stadt am Mittelmeer verliebt, wird der junge Óscar von der geheimnisvollen Marina angezogen. Es entspinnt sich eine rätselhafte Geschichte, die in den Katakomben, den verschlungenen Altstadtgassen, der Kanalisation und einem großen Theater der Stadt spielt. Óscar und Marina geraten in Lebensgefahr als sie die Hintergründe eines berühmten Liebespaares der Stadt zu entschlüsseln versuchen.

Der Autor versteht es eine berührende Liebesgeschichte und gleichzeitig eine angsteinflößende Horrorgeschichte zu erzählen. Dieser Genremix macht den Reiz des Buches aus. Zurück bleibt eine Geschichte voller kluger Einfälle und großer Wortvielfalt. Das „Marina“ mir dabei noch zufällig in die Hände „gefallen“ ist, verstärkte nur die Sogwirkung des Romans.

Zafón, Carlos Ruiz, 2011: Marina, Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag.

Artikelbild: ooznu. Lizenz: CC BY-SA 2.0

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