Menschen

Fernes Glück

Schreibe einen Kommentar

Meine Freundin Alice reist quer von Land zu Land und von Stadt zu Stadt. Vor einem Jahr saßen wir in einer Kneipe in Bonn. Sie berichtete mir von ihren neuesten Reiseplänen. „Wonach suchst du eigentlich?“, platzte es aus mir heraus. Eine wilde Diskussion entfesselte sich. Ein paar Monate später stand ich selbst am Flughafen (ich besuchte für ein paar Tage die Ewige Stadt). Am Gate fiel mir eine junge Frau auf, die sich merkwürdig benahm. Als Alice ein Jahr später, einen Beitrag über die Suche nach dem Glück und die Lust am Reisen erfragte, fiel mir die junge Frau am Gate 3 erneut ein. Mein Beitrag dazu findet sich auf alicegreschkow.com.  Der Artikel von Alice wird auf diesem Blog veröffentlicht:
Weiterlesen

Allgemein Menschen Studium

Ein Tag im Mai

Schreibe einen Kommentar

Die Sonne wärmt unsere bleiche Haut. Es geht kein Wind. Alles grünt so vor sich hin. Einige sitzen gelassen auf dem weichen Gras, andere spielen Fußball, es wird wild durcheinander geredet. Die Rucksäcke hatten wir zuvor achtlos von uns gestoßen. Ein unbeschwerter Maitag und fast zwei Jahre her. Eine Gruppe von Masterstudenten in Potsdam, die sich erst seit ein paar Monaten kannte. Der Sommer verhieß heiß und die Arbeit für die Seminare überschaubar zu werden. Das Foto zeigt die Situation. Keiner schaut in die Kamera. Jeder ruht in sich. Über allem liegt die Gewissheit noch Zeit zu haben. Zeit für ein oder zwei Bier am Mittwochabend. Für ausgedehnte Gespräche am Mensatisch, die sich bis weit in den Nachmittag ziehen. Für Spaziergänge an den Kaimauern der Havel. Für wilde Feiern in der Nacht und endlose Debatten in Seminaren. Zeit, die jetzt knapper wird. Umbrüche sind klar erkennbar. Weiterlesen

Wissenschaft

Interview

Schreibe einen Kommentar

Radio Corax aus Halle (Saale) interviewte mich am 16. März zum digitalen Ungehorsam. Im etwa zehnminütigen Gespräch geht es um »Whistleblower, Hackernetzwerke und Demokratiedefizite in Zeiten von Edward Snowden & Co«. Die Dynamik, die Kriterien sowie die noch nicht ausdiskutierten Legitimitätsfragen des neuen Ungehorsams werden ebenfalls kurz angerissen. Direkt am Anfang besprechen wir die Frage, wie es eigentlich um eine Demokratie steht, wenn Aktivisten wie Edward Snowden sich in undemokratische Staaten flüchten müssen. (Dauer: 09:57 min; Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0 DE)

 

Artikelbild: I-vista / pixelio.de

Digitaler Ungehorsam Technik Wissenschaft

Pageflow

Kommentare 2

Unlängst suchte ich nach der richtigen Möglichkeit über das Thema meiner Doktorarbeit modern zu informieren und es dabei multimedial zu präsentieren. Bei meiner Recherche stieß ich auf das Internet-Reportagetool Pageflow. Es wurde in Köln von Codevise Solutions Limited entwickelt. Ein WDR-Pageflow erhielt 2014 den Grimme Online Award. Der Quelltext ist Open Source. Vordergründig richtet sich das Tool an Journalisten, die versuchen Geschichten für das Web besonders aufzubereiten. Jedoch erschließen sich auch schnell die Chancen für wissenschaftliche Projekte. Weiterlesen

Digitaler Ungehorsam Netzpolitik Technik Wissenschaft

Ungehorsam

Vor dem Hintergrund der Debatte über die Rolle von Edward Snowden als Whistleblower stellt meine Veröffentlichung die Frage nach dem demokratischen Potenzial von digitalen Protestformen und -akteuren. Dazu gehören neben dem „Whisteblowing“ auch Distributed-Denial-of-Service-Attackten (DDoS – eine Vielzahl an Anfragen sinnloser Zeichenketten, die dafür sorgen, dass der Server, auf der eine zu blockierende Webseite lagert, zusammenbricht), wie sie häufig von der Anonymous-Bewegung ausgeführt werden. Hinzu kommen öffentlichkeitswirksame Auftritte und Protestaktionen von Internetaktivisten wie Julien Assange, Jacop Appelbaum oder der „!Mediengruppe Bitnik“ aus Zürich. Kann dieser digitale Ungehorsam als neue Form zivilen Ungehorsams verstanden werden? Weiterlesen

Literatur

Lesen!

Schreibe einen Kommentar
Ginny (CC BY-SA 2.0)

Studenten, Doktoranden, Dozenten und Professoren vereint ein altes Problem. Sie wissen um die Millionen-Bücher und-Quellen, die kein Forscher mehr lesen und erfassen kann. Zwar kann unsere Fähigkeit, Texte schneller und effizienter zu verarbeiten, trainiert werden, zum Beispiel durch das lautlose Lesen oder die Einführung von Metadaten in die Texte, doch für den Konsum der Bücher und Aufsätze benötigen wir Zeit. Valentin Groebner, Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern, verdeutlicht in seinem Buch „Wissenschaftssprache Digital“ das Dilemma. Wer während seiner wissenschaftlichen Ausbildung (in der Regel zwischen 20 und 35) täglich 200 Seiten liest, fünf Tage in der Woche, 15 Jahre lang ohne Unterbrechung, der schafft 780.000 Seiten. Das sind ungefähr 2.600 Bücher, sofern man von 300 Seiten pro Buch ausgeht. Das ist nicht sehr viel. In Deutschland erscheinen allein an einem Tag 240 neue Bücher, die Aufsätze und Artikel nicht eingerechnet. Diese Zahlen lassen erahnen wie schwierig es ist seine eigenen Forschungstexte einem interessierten Publikum anzubieten und – was noch viel schwieriger ist – auch gelesen zu werden. Weiterlesen

Menschen Netzpolitik Philosophie

Im Netz gehört mein Kind (nicht) mir

Kommentare 2

Wir veröffentlichen Fotos, Videos, Adressen, Aufenthaltsorte und Telefonnummern auf Webseiten und Profilen in sozialen Netzwerken. Jeder entscheidet für sich selbst wie viel er preisgeben möchte. In Deutschland stützt man sich dabei auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1983. Damals wurde das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ entwickelt.

„(…) Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst zu entscheiden, wann und innerhalb welcher Grenzen persönliche Lebenssachverhalte offenbart werden.BVerfGE

Ausgangspunkt dieser Entscheidung ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Artikel 2 GG). Der Artikel 8 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union gewährt gleichermaßen jeder Person „das Recht auf Schutz der sie betreffenden personenbezogenen Daten.“ Warum gilt dieser Grundsatz nicht für Kinder? Weiterlesen

Film

Der Hobbit: Die versöhnliche Schlacht der Fünf Heere (Filmkritik)

Schreibe einen Kommentar

Der Abspann des letzten Hobbit-Films läuft. Die Lichter im Kinosaal gehen wieder an. Nur 140 Minuten sind vergangen. Für Peter-Jackson-Verhältnisse ein angenehm kurzer Film. Damit ist auch der vorerst letzte Film aus Mittelerde passé. Während der erste Teil des Hobbits lediglich aus dem Aufbruch und einer langen Reise durch Neusee … ähm Mittelerde bestand, der zweite Teil überlange Bootsfahrten inszenierte und den entscheidenden Kampf mit dem Drachen in den letzten Teil der Reihe verlagerte, liefert „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ das was er verspricht, nämlich eine Schlacht mit fünf Heeren. Der Regisseur Peter Jackson wirft noch einmal alles in den Ring. Dumpfe Orkmassen, filigrane Elbenkrieger und schwerbepanzerte Zwergenkämpfer gehen aufeinander los. Thorin Eichenschild, der neue Zwergenkönig im Erebor, verfällt dagegen dem Wahnsinn und weigert sich der Schlacht beizuwohnen. Doch lange kann er sich dem Kriegsgeheul nicht erwehren. Hier muss einfach jeder die Axt schwingen, das Schwert ziehen und Steine werfen. Dabei fließt kein Blut. Köpfe werden abgeschlagen, doch schmutzig macht sich dabei niemand. Warum auch? Ist doch ein Kinderbuch! Weiterlesen

Technik

Ello, ist da wer?

Schreibe einen Kommentar

Facebook nervt. Promis wollen gelikt werden. Hippe Produkte drängen ins Sichtfeld. Das Unternehmen sortiert die Timeline vor und macht nur bestimmte Meldungen der Freunde sichtbar. Das Design ist unübersichtlich. Nachrichten sind auf dem Smartphone in eine zweite App ausgelagert. Datenschutz ist eine kühne Utopie. Was tun? Jetzt – kommt – Ello! Ein neues soziales Netzwerk verspricht den Schutz unserer Daten. Werbung ist nicht vorhanden. Kein Algorithmus filtert Posts. Keine Banner und Pop-Ups reizen das Auge. Weiterlesen