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Jetzt auch ich

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Auf Facebook online gestellte Hochzeitsfotos schreckten mich vor zwei Jahren gehörig auf. Sie versprachen die Märchenhochzeit im höfischen Ambiente. Diskutierte ich mit Svenja zuvor noch über die frauenfeindliche Gesellschaft, heiratete sie alsbald ihren Max aus Kreuzberg auf einem alten, preußischen Gutsherrenhof. Die Bilder erzählten von aufwendigen Kleidern, historischen Kutschen und mehrstöckigen Kuchenarrangements. Dies kam mir bieder, angepasst und ziemlich überzogen vor. Die Suche nach der traumgleichen Trauung und der glamourösen Feier, so schien mir, musste zwangsläufig scheitern. Das Diktat der Perfektion vernachlässigt nicht nur die Bedürfnisse der eingeladenen Gäste, sondern auch die des Brautpaares, dachte ich damals. Noch immer stehe ich mustergültigen Hochzeitsplanungen skeptisch gegenüber, auch wenn ich den eigentlichen Heiratswunsch jetzt besser nachvollziehen kann.

Am Anfang steht die staatlich subventionierte Ungerechtigkeit. Mutet es nicht anachronistisch an, dass die Ehe vor der nicht gesetzlich geregelten Form der Beziehung umfangreiche Vorzüge genießt? Tatsächlich lohnt sich die Ehe finanziell, ob bei der Steuerklasse, der Krankenversicherung, dem Sorge- und Erbrecht, beim Verlustausgleich etc. Doch dies waren nicht die Gründe, die mich veranlassten, über eine Ehe ernsthaft nachzudenken und meiner Freundin die entscheidende Frage zu stellen. Die Ehe ist mehr als ein verbrieftes Gesellschaftsrecht. Sie ist Ausdruck der tiefen Liebe, die zwei Menschen füreinander empfinden. Natürlich empfinden dies auch unverheiratete Paare. Der Unterschied besteht in der Sichtbarkeit. Die Hochzeit ist die einmalige Gelegenheit einer großen Gruppe die gemeinsamen Absichten bekanntzugeben. Ich will es herausschreien. Sie ist es und keine andere (Hollywood lässt grüßen). Jeder soll es hören. Gleichermaßen steht die Ehe für das Versprechen stets füreinander da zu sein, sich zu helfen. In Zeiten von Terror, Krise und #GermanAngst ist die Hochzeit ein stabiler Gegenpol. Das Eheversprechen stellt kein reaktionäres Gelübde dar, sondern ist das Vorhaben in Zukunft für die beständigen Verhältnisse selbst zu sorgen.

Seit dem 10. Juni 2016 führe ich mit großer Freude den Nachnamen meiner Ehefrau: Mülling. In diesem Zusammhang änderte sich auch die Aufmachung meines persönlichen Blogs. Alle alten Artikel des Blogs ericmakswitat.de findest du auch weiterhin, lediglich die URL hat sich verändert. Da ich mächtig stolz auf das kleine ü in meinem neuen Namen bin, dauert es noch eine kleine Weile, bis ich alle Unwägbarkeiten die eine Umlaut-Domain mit sich bringt, in den Griff bekomme. Moderne Browser sollten jedoch keine Probleme mit der Anzeige der Webseite vorweisen, allein mein neue E-Mail-Adresse verzichet bisher auf das ü, um die reibungslose Zustellung zu ermöglichen. Wer mehr über meinen alten Nachnamen erfahren möchte, den weise ich auf einen Beitrag von mir hin, der sich umfänglich mit der Geschichte und der Bedeutung des Nachnamens Makswitat auseinandersetzt.

Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de

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