Technik

Ello, ist da wer?

Facebook nervt. Promis wollen gelikt werden. Hippe Produkte drängen ins Sichtfeld. Das Unternehmen sortiert die Timeline vor und macht nur bestimmte Meldungen der Freunde sichtbar. Das Design ist unübersichtlich. Nachrichten sind auf dem Smartphone in eine zweite App ausgelagert. Datenschutz ist eine kühne Utopie. Was tun? Jetzt – kommt – Ello! Ein neues soziales Netzwerk verspricht den Schutz unserer Daten. Werbung ist nicht vorhanden. Kein Algorithmus filtert Posts. Keine Banner und Pop-Ups reizen das Auge.

Ello is a simple, beautiful, and ad-free social network created by a small group of artists and designers. ello.co

Bisher können sich bei Ello nur eingeladene Nutzer anmelden. Die Plattform befindet sich in der Beta-Phase. Links führen ins Nirwana. Der Seitenaufbau ist teilweise verzögert. Die Oberfläche steht nur auf Englisch zur Verfügung. Die Möglichkeiten sind also noch begrenzt. Die Idee hinter dem Projekt ist aber sichtbar. Das aufgeräumte und in Schwarz-Weiß gehaltene Design tut gut. Die Timeline ist lediglich unterteilt in „Friends“ und „Noise“. Die Entwickler erklären das Feature so:

Follow the people you care about most in FRIENDS, which displays each post in an expanded, list format. (…)

Put everyone else in NOISE, which offers a compressed, fluid-grid based layout that makes it easy for browsing lots of posts quickly. ello.co

Der Ansatz ist gut. Die Blase aus wohlfeilen Nachrichten wird vermieden. Doch obwohl das  soziale Netzwerk ein klares Design besitzt, benötigt es Einarbeitung, um alle Funktionen kennen zu lernen. Das Eingabefeld für Nachrichten und Bilder (Omnibar) ermöglicht Formatierungen. Bilder können per Drag and Drop hinzugefügt werden. Zukünftig soll die direkte Implementierung von Videos möglich sein. Das eigene Profil ist schnell eingerichtet. Die Suche nach Freunden gestaltet sich aber schwierig. Bekannte Gesichter sind mir noch nicht untergekommen. Jedoch tummeln sich viele interessante Künstler und Designer auf Ello. Mit ihnen „befreundet“ zu sein ist denkbar einfach. Einfach auf den Button „Friend“ geklickt und fertig ist die Beziehung für’s Leben. Die Funktion erinnert doch stark an das Follower-Prinzip von Twitter.

Datenschutz ist für Ello sehr wichtig. Ein realer Benutzername ist nicht notwendig. Die Informationen der Nutzer werden nicht an Werbetreibende weitergeben. Die Daten lagern auf einem einzigen Server. Das ist natürlich auch ein Problem. Das soziale Netzwerk Diaspora ist alternativ als verteiltes System angelegt. Dort kann jeder selbst einen Server betreiben und dadurch das Netzwerk vollständig kontrollieren. Die Haltung der Personen hinter Ello bleibt glaubwürdig. Gebt ihr Ello also eine Chance?

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